Amtliche Vermessung Schweiz 2030

Fridolin Wicki (2014)

Die amtliche Vermessung der Schweiz steht aufgrund raser technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen vor einem tiefgreifenden Wandel. Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Trends bis zum Jahr 2030 massgeblich sind und welche konkreten Handlungsempfehlungen sich daraus für die Weiterentwicklung dieses Systems ableiten lassen. Methodisch basiert die Untersuchung auf einem dreistufigen Verfahren, das eine interne Unternehmensanalyse sowie eine externe Umweltanalyse umfasst und in einer zweistufigen Delphi-Befragung mündet. Im Rahmen dieser Expertenbefragung wurden zwanzig Thesen zu Themenfeldern wie dreidimensionale Datenerfassung, Open Government Data und E-Government qualitativ und quantitativ validiert.

Die Ergebnisse verdeutlichen einen erheblichen Handlungsbedarf, insbesondere bei der Bereitstellung hochgenauer 3D-Informationen und der tieferen Integration der Vermessungsdaten in digitale Verwaltungsprozesse. Während die föderale Struktur der amtlichen Vermessung als Verbundaufgabe grundsätzlich beibehalten werden soll, befürworten die Fachleute eine stärkere zentrale Steuerung sowie schweizweit vereinheitlichte Standards und Produkte. Eine zentrale Schlussfolgerung der Studie ist die Empfehlung zur Gebührenbefreiung der Daten, um deren volkswirtschaftlichen Nutzen zu maximieren. Zudem wird die Schaffung nationaler Portale für einen tagesaktuellen Datenbezug nahegelegt. Die Arbeit liefert damit eine strategische Orientierung, um die amtliche Vermessung zu einem modernen, integrierten Katastersystem auszubauen, das den künftigen Anforderungen von Gesellschaft und Politik gerecht wird.