Auslagerung der Aufgabenerfüllung im Kanton Luzern

Andreas Lienhard; Reto Steiner; Andreas Ladner; Jürg Wichtermann; Andreas Balsiger (2003)

Diese interdisziplinäre Grundlagenstudie untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Auslagerung öffentlicher Aufgaben im Kanton Luzern. Vor dem Hintergrund vorangegangener Verwaltungsreformen geht die Arbeit der Frage nach, inwieweit die Übertragung staatlicher Tätigkeiten auf dezentrale Organisationseinheiten oder private Dritte die Effizienz und Effektivität der Aufgabenerfüllung steigern kann. Methodisch verknüpft die Publikation betriebswirtschaftliche, politikwissenschaftliche und rechtliche Perspektiven zu einer umfassenden Auslegeordnung.

Im betriebswirtschaftlichen Teil wird ein Katalog aus neun Kriterien entwickelt, der unter anderem die strategische Relevanz, Kosten- und Qualitätsfolgen sowie die Auswirkungen auf die Mitarbeitermotivation bewertet. Die politikwissenschaftliche Analyse ordnet das Thema in das Modell des Gewährleistungsstaats ein, bei dem der Staat die Verantwortung für die Leistungen behält, deren Erbringung jedoch flexibler gestaltet. Der rechtliche Fokus liegt auf den staatsrechtlichen Schranken, der erforderlichen Normstufe für die Aufgabenübertragung sowie auf Fragen der Haftung, Aufsicht und Steuerpflicht.

Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Auslagerungen nicht mit einem staatlichen Aufgabenabbau gleichzusetzen sind, sondern als organisatorische Neuausrichtung zur Optimierung der Verwaltung dienen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass für den Erfolg solcher Projekte eine sorgfältige Einzelfallprüfung sowie eine klare gesetzliche Rahmenordnung unerlässlich sind. Dabei stellen leistungs- und wirkungsorientierte Steuerungsinstrumente sowie eine differenzierte Aufsicht sicher, dass das Primat der Politik gewahrt bleibt. Die Arbeit bietet somit eine systematische Entscheidungsgrundlage für künftige Reformprozesse im öffentlichen Sektor.