Electronic Government Schweiz: Umsetzungsstrategie mittels Interkommunaler Zusammenarbeit

Silvano Castioni (2009)

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Umsetzung der E-Government-Strategie Schweiz auf kommunaler Ebene, wobei der Fokus auf der interkommunalen Zusammenarbeit als zentralem strategischem Instrument liegt. Ausgangslage ist die Herausforderung für Schweizer Gemeinden, komplexe elektronische Transaktionsprozesse über alle Staatsebenen hinweg bereitzustellen, ohne dabei die eigenen finanziellen und personellen Kapazitäten zu überfordern. Da eine konkrete Umsetzungsstrategie für die kommunale Ebene bislang fehlte, untersucht die Publikation, wie Kooperationen den Aufbau medienbruchfreier Behördendienste unterstützen können.

Methodisch basiert die Arbeit auf einer systematischen Inhaltsanalyse zur Entwicklung eines Analyse- und Gestaltungsrahmens, der anschliessend mittels einer quantitativen Befragung in sechs mittelgrossen Gemeinden des Kantons Thurgau empirisch überprüft wurde. Dabei wurden die Bedürfnisse und Prioritäten verschiedener Anspruchsgruppen aus Verwaltung, Wirtschaft und Bevölkerung erhoben.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass insbesondere kleine und mittlere Gemeinden die Anforderungen von E-Government allein kaum bewältigen können. Während die externe Befürwortung von Kooperationen hoch ist, mangelt es verwaltungsintern oft noch an ausformulierten Strategien. Als wesentliche Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Zusammenarbeit identifiziert die Studie klare finanzielle Regelungen, die Durchführung von Pilotversuchen sowie eine konsequente Ausrichtung auf Servicequalität und Effizienz. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Kantone eine koordinierende Schlüsselrolle einnehmen müssen. Zudem wird empfohlen, die Einführung elektronischer Dienste durch gezielte Marketingmassnahmen zu begleiten, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen und den Nutzen der digitalen Transformation sichtbarer zu machen.