Diese wissenschaftliche Publikation befasst sich mit den Erfolgsfaktoren und Methoden des legislativen Lobbyings auf Schweizer Bundesebene. Ziel der Arbeit ist es zu eruieren, welche Instrumente und Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Interessenvertretung im politischen Entscheidungsprozess der Schweiz von zentraler Bedeutung sind. Als theoretische Grundlage dient die Neue Politische Ökonomie, während die empirische Analyse auf problemzentrierten Interviews mit Lobbyisten, Parlamentariern und Angestellten der Bundesverwaltung basiert.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das persönliche Gespräch unbestritten die wichtigste direkte Lobbying-Methode darstellt, um Entscheidungsträger zu erreichen und fachliche Argumente zu vermitteln. Ergänzend dazu erweisen sich die Koalitionsbildung zwischen verschiedenen Organisationen sowie ein aktives Monitoring der politischen Agenda als unverzichtbare Voraussetzungen. Auf Ebene der Einflussfaktoren werden die Glaubwürdigkeit des Lobbyisten und ein belastbares Netzwerk an Kontakten als primäre Erfolgsvoraussetzungen identifiziert. Interessanterweise zeigt die Studie länderspezifische Besonderheiten auf: Im Gegensatz zur internationalen Literatur spielen rein finanzielle Ressourcen und die schriftliche Kommunikation in der Schweiz eine untergeordnete Rolle für den direkten Lobbying-Erfolg. Als zentrale Tauschgüter im politischen Prozess fungieren vor allem sachbezogene Informationen sowie die Legitimation der vorgetragenen Anliegen. Die Arbeit schliesst mit der Erkenntnis, dass erfolgreiches Lobbying in der Schweiz durch eine möglichst frühzeitige Einflussnahme und die geschickte Kombination direkter Kontakte mit unterstützenden indirekten Methoden, wie etwa einer gezielten Medienarbeit, geprägt ist.