Führungskräfteentwicklung in der schweizerischen Bundesverwaltung

Adrian Ritz; Leonie Schüssler (2015)

Die vorliegende Publikation untersucht die Entwicklung von Führungskräften innerhalb der schweizerischen Bundesverwaltung vor dem Hintergrund weitreichender Verwaltungs- und Personalreformen. Ausgangspunkt der Analyse ist der durch Konzepte des New Public Management sowie neue Führungsmodelle ausgelöste Wandel, der die Anforderungen an das Topkader massgeblich verändert hat. Es wird dargelegt, wie sich das Rollenverständnis von einer primär juristisch-formellen Orientierung hin zu einer professionalisierten, betriebswirtschaftlich und strategisch ausgerichteten Führung entwickelt hat. Die Arbeit beleuchtet dabei die gesetzlichen Grundlagen des Bundespersonalgesetzes sowie die Rolle des Eidgenössischen Personalamtes bei der Steuerung und Koordination zentraler Aus- und Weiterbildungsmassnahmen.

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass die Kaderausbildung zunehmend auf die Vermittlung interdisziplinärer Kompetenzen sowie auf die Förderung des interdepartementalen Austauschs setzt. Während in der Vergangenheit der reine Wissenstransfer dominierte, gewinnen heute praxisorientierte Methoden, Vernetzung und individuelle Coachings an Bedeutung. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass trotz der ausgeprägten Dezentralität der Bundesverwaltung eine kohärente Personalstrategie für die Etablierung einer gemeinsamen Führungskultur unerlässlich ist. Die Studie verdeutlicht, dass moderne Führungskräfteentwicklung in der Schweiz in einem Spannungsfeld zwischen effizienzorientierten Reformen und traditionellen Werten wie Konsens sowie Stabilität agiert. Damit bietet das Werk eine fundierte Grundlage zum Verständnis der aktuellen Professionalisierungstendenzen im öffentlichen Dienst der Schweiz.