Dieser Forschungsbericht untersucht die Leistungsfähigkeit und Reformtätigkeit der Zürcher Gemeinden vor dem Hintergrund einer Totalrevision des Gemeindegesetzes sowie einer Überprüfung der Bezirksstrukturen. Die zugrunde liegende Studie basiert auf einer schriftlichen Befragung aus dem Jahr 2005, an der sich knapp 79 Prozent der insgesamt 171 Zürcher Gemeinden beteiligten. Methodisch kombiniert die Arbeit die Auswertung der aktuellen Daten mit Längsschnittanalysen, die Vergleiche zu ähnlichen Erhebungen aus den Jahren 1994 und 1998 ermöglichen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass gesellschaftliche Entwicklungen, insbesondere im Bereich der sozialen Wohlfahrt und des privaten Verkehrs, die Gemeinden zunehmend an ihre Leistungsgrenzen führen. Als zentrale Strategie zur Bewältigung dieser Herausforderungen hat sich die interkommunale Zusammenarbeit etabliert, die in einem Grossteil der Kommunen signifikant ausgebaut wurde. Im Gegensatz dazu stossen Gemeindezusammenschlüsse weiterhin auf Skepsis und werden im kantonalen Vergleich selten als Ziel verfolgt. Im Bereich des Verwaltungsmanagements zeigt sich, dass Konzepte des New Public Management zwar selten als Gesamtmodell, jedoch sehr häufig in Form einzelner Instrumente wie Outsourcing oder Leistungslohn umgesetzt werden. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich die Zürcher Gemeinden in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess befinden. Um die zukünftige Handlungsfähigkeit zu sichern, setzen die Gemeinden verstärkt auf Kooperationen und zeigen eine wachsende Bereitschaft, eine aktivere unterstützende Rolle des Kantons bei der Umsetzung von Reformvorhaben zu akzeptieren. Ziel dieser Entwicklungen ist primär die Steigerung der Leistungsfähigkeit zur Förderung des lokalen Gemeinwohls.