Die vorliegende Publikation untersucht den Status quo und die Zukunftsperspektiven der interkommunalen Zusammenarbeit im Kanton Zürich, wobei die Organisationsform des Zweckverbands im Zentrum der Analyse steht. Angesichts steigender Anforderungen an die kommunale Aufgabenerbringung wird die Zusammenarbeit als wesentliche Strategie zur Wahrung der Handlungsfähigkeit und als Alternative zu Gemeindefusionen betrachtet. Die methodische Grundlage der Studie bildet eine im Februar 2002 durchgeführte schriftliche Befragung sämtlicher Mitglieder der Zürcher Gemeindeexekutiven, aller Gemeindeschreiber sowie der Verantwortlichen der Zweckverbände.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Zusammenarbeit in den Jahren vor der Erhebung zwar intensiviert wurde, die aktuelle Intensität von den Beteiligten jedoch primär als mittelmässig eingestuft wird. Während eine hohe allgemeine Zufriedenheit mit der Leistungserbringung der Zweckverbände besteht, werden gleichzeitig strukturelle Mängel identifiziert. Hierzu zählen insbesondere langwierige Entscheidungsabläufe in grösseren Verbänden sowie ein wahrgenommenes Demokratiedefizit, da sowohl Stimmbürger als auch Gemeindeexekutiven ihre Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten als zu gering bewerten.
Die Studie schliesst mit der Erkenntnis, dass die interkommunale Zusammenarbeit auch künftig eine tragende Rolle spielen wird. Anstatt systemischer Wechsel, wie etwa Fusionen oder die Schaffung neuer Verwaltungsebenen, wird eine Optimierung bestehender Strukturen angestrebt. Zentrale Schlussfolgerungen betreffen die Forderung nach einer stärkeren Professionalisierung der Geschäftsleitungen, einer konsequenten Trennung von strategischen und operativen Aufgaben sowie einer verbesserten Steuerung der Verbände durch konkrete Leistungsaufträge.