Die vorliegende Publikation untersucht die schweizerische Museumslandschaft angesichts sich wandelnder gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und technologischer Rahmenbedingungen. Im Zentrum steht die Frage, wie Museen den steigenden Anforderungen an Innovation und Führungskompetenz begegnen und welche strategischen Verhaltenslinien dabei aus Sicht der Museumsleitungen erkennbar sind. Zur Beantwortung dieser Fragestellung kombiniert die Arbeit eine theoretische Literaturanalyse zur Herleitung betriebswirtschaftlicher Dimensionen mit einer breit angelegten empirischen Erhebung unter den Mitgliedern des Verbands der Schweizer Museen.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Professionalisierung des Managements massgeblich von der Institutionsgrösse abhängt. Während grössere Museen vermehrt betriebswirtschaftliche Steuerungsinstrumente einsetzen, dominieren in kleineren Betrieben oft informelle Führungsstrukturen. Ein zentrales Erkenntnisobjekt ist das Spannungsfeld zwischen der internen Wertschöpfung und der externen Marktpositionierung. Es zeigt sich, dass Museumsleitungen ihre Kompetenz in der strategischen Positionierung und der Ausrichtung auf den Kundennutzen tendenziell höher einschätzen als die Anwendung formalisierter Managementinstrumente wie Controlling, Qualitätsstandards oder Marktforschung.
Interessanterweise nehmen die Befragten einen deutlich geringeren Konkurrenzdruck wahr, als in der öffentlichen Debatte oft suggeriert wird. Die Studie schliesst mit der Erkenntnis, dass ein strategischer normativer Überbau in Form von Visionen zwar häufig existiert, die konkrete Umsetzung durch professionelle Führungsprozesse jedoch noch erhebliche Entwicklungspotenziale aufweist. Die Autoren betonen abschliessend, dass die künftige Museumspolitik der grossen Vielfalt der Schweizer Museumslandschaft stärker Rechnung tragen muss, da die Managementrealitäten zwischen Grossinstitutionen und Kleinstmuseen stark divergieren.