Neues Führungs- und Steuerungsmodell für die Bundesverwaltung?

Reto Steiner; Andreas Lienhard; Adrian Ritz (2008)

Die vorliegende Kurzstudie untersucht im Auftrag der schweizerischen Bundesverwaltung die Notwendigkeit und Machbarkeit eines neuen, einheitlichen Führungs- und Steuerungsmodells. Die Untersuchung basiert auf einer Analyse theoretischer Konzepte der Good Governance sowie des Public Managements, einem internationalen Vergleich von Reformerfahrungen sowie qualitativen Interviews mit obersten Führungskräften des Bundes. In der Ausgangslage zeigt sich, dass die bisherige Steuerung der Bundesverwaltung stark durch departementale Kulturen geprägt ist und es an einem gemeinsamen Führungsverständnis mangelt. Zwar existieren mit Modellen wie dem Führen mit Leistungsauftrag und Globalbudget bereits moderne Ansätze, doch führt deren ungleiche Anwendung zu Inkonsistenzen im Gesamtsystem.

Zentrale Erkenntnisse der Studie verdeutlichen erhebliche Schwachstellen bei der horizontalen Koordination von Querschnittsthemen sowie eine mangelnde Entflechtung von politischer und betrieblicher Verantwortung. Die Autoren ziehen daraus den Schluss, dass die Einführung verbindlicher, für alle Ämter geltender Führungsgrundsätze und -instrumente sowie eine konsequente Leistungs- und Wirkungsorientierung erforderlich sind. Über die administrativen Anpassungen hinaus empfiehlt die Arbeit eine vertiefte Prüfung struktureller Regierungsreformen, um die Handlungsfähigkeit des Bundesrates an der Schnittstelle zur Verwaltung zu stärken. Die erfolgreiche Umsetzung eines solchen Modells wird jedoch massgeblich vom geeinten Reformwillen der Landesregierung abhängig gemacht. Als flankierende Massnahme wird die Schaffung eines Kompetenzzentrums vorgeschlagen, das die Einführung und Anwendung einheitlicher Steuerungsinstrumente fachlich begleitet.