Prozesse und Inhalte der Steuerung mit Leistungsaufträgen

Andreas Lienhard; Adrian Ritz (2006)

Die vorliegende Publikation befasst sich mit den Prozessen und Inhalten der Steuerung des Schweizerischen Heilmittelinstituts (Swissmedic) mittels Leistungsaufträgen und Leistungsvereinbarungen. Ausgangslage der Untersuchung ist die Feststellung, dass sich das seit der Institutsgründung im Jahr 2002 praktizierte Steuerungssystem in der Praxis als optimierungsbedürftig erwiesen hat. Die methodische Grundlage bildet eine umfassende Soll-Ist-Analyse, die auf Dokumentenauswertungen sowie qualitativen Interviews mit Schlüsselpersonen aus Verwaltung, Politik und der Institutsführung basiert. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Tendenz zur operativen Übersteuerung und eine unklare Abgrenzung der Rollen zwischen dem Eidgenössischen Departement des Innern, dem Bundesamt für Gesundheit und den Organen von Swissmedic. Ein zentrales Defizit liegt in der Vermischung der Eigner- und Bestellerfunktionen des Bundes sowie in der zu hohen Regulierungsdichte der Steuerungsinstrumente. Als wesentliche Schlussfolgerung schlagen die Autoren das Modell einer koordinierten Steuerung vor. Dieses sieht vor, die politische Führungsverantwortung im Generalsekretariat des Departements zu konzentrieren und den Institutsrat stärker in die strategischen Prozesse einzubinden. Zudem wird empfohlen, den Fokus der Berichterstattung von rein quantitativen Kennzahlen hin zu einer qualitativen Wirkungsbetrachtung zu verschieben. Das Ziel ist eine Steuerung, welche die unternehmerische Autonomie der öffentlich-rechtlichen Anstalt wahrt und gleichzeitig eine effektive politisch-strategische Aufsicht durch den Bund sicherstellt.