Diese Publikation befasst sich mit den institutionellen Herausforderungen der schweizerischen Agglomerationen, die durch eine starke kommunale Fragmentierung bei gleichzeitig hoher funktionaler Verflechtung geprägt sind. Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage nach den Determinanten, welche die Entstehung freiwilliger interkommunaler Kooperationsformen massgeblich bestimmen. Die theoretische Grundlage bildet der akteurzentrierte Institutionalismus, wobei die Handlungsmotivation der beteiligten Akteure mittels des Rational Choice Institutionalismus erklärt wird. Methodisch kombiniert die Arbeit spieltheoretische Analysen der Interaktionsprozesse zwischen Gemeinden und Kantonen mit quantitativ-empirischen Verfahren. Anhand von bi- und multivariaten Modellen wird die Beteiligung von über 900 Agglomerationsgemeinden an regionalen Stufenmodellen, Gemeindefusionen sowie der interkommunalen Zusammenarbeit im Sozialbereich untersucht. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass kantonale Anreizmechanismen die entscheidende Grundlage für das Zustandekommen von Kooperationen bilden. Während ein finanzieller Problemdruck und positive Kooperationserfahrungen in der Vergangenheit die Reformbereitschaft tendenziell begünstigen, wirken ausgeprägte soziokulturelle oder leistungsspezifische Disparitäten zwischen den Gemeinden oft als hemmende Faktoren. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die politische Steuerungsfähigkeit in Agglomerationsräumen trotz der Freiwilligkeit und der Vetomöglichkeiten der Gemeinden massgeblich von der aktiven Rolle und den Unterstützungsleistungen der Kantone abhängt. Eine erfolgreiche Agglomerationspolitik erfordert demnach eine gezielte Senkung von Transaktionskosten durch übergeordnete staatliche Ebenen, um die Hürden der kommunalen Autonomie zu überwinden.