Die vorliegende Studie untersucht das komplexe Spannungsfeld zwischen dem gesellschaftlichen Nutzen und den ökonomischen Kosten staatlicher Regulierung in der Schweiz. Während in der öffentlichen Debatte häufig die direkten administrativen Belastungen im Vordergrund stehen, konzentriert sich diese Arbeit primär auf die indirekten Folgen für die gesamte Volkswirtschaft. Die Untersuchung geht der zentralen Fragestellung nach, wie regulatorische Rahmenbedingungen die Wettbewerbsintensität und die Innovationstätigkeit von Unternehmen beeinflussen.
Methodisch kombiniert die Publikation eine systematische Aufarbeitung ökonomischer Theorien mit einer fundierten empirischen Analyse. Dabei werden die historische Entwicklung der Regulierungsaktivität auf Bundes- und Kantonsebene nachgezeichnet und Regressionsschätzungen auf Basis der Innovationsdatenbank der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich sowie von OECD-Indikatoren durchgeführt. Die Ergebnisse belegen eine deutliche Zunahme der Regulierungsdichte in den letzten Jahrzehnten und zeigen auf, dass regulatorische Hürden, insbesondere im Bereich der Umweltgesetzgebung, einen signifikant negativen Einfluss auf die Innovationstätigkeit Schweizer Unternehmen ausüben können. Zudem wird verdeutlicht, dass Regulierung den Wettbewerb zwar fördern kann, jedoch oft als Markteintrittsbarriere wirkt.
Die Studie schliesst mit der Schlussfolgerung, dass eine effiziente Regulierungsgestaltung industriespezifisch, marktorientiert und technologieneutral erfolgen sollte. Es wird dringend empfohlen, bei der Ausgestaltung staatlicher Eingriffe die indirekten Verhaltensänderungen der Akteure stärker zu berücksichtigen und die Entstehung ineffizienter Regulierungsspiralen durch regelmässige Überprüfungen bestehender Normen zu verhindern. Ein gezielter Fokus auf die Förderung von Wettbewerb und Innovationsanreizen ist dabei essenziell für die langfristige Produktivität der Schweizer Volkswirtschaft.