The Crisis: Challenges for Public Management

Reto Steiner (2013)

Die vorliegende Publikation befasst sich mit den vielschichtigen Herausforderungen, die globale Krisen für das Public Management und staatliche Institutionen darstellen. Ausgehend von der Finanzkrise und einschneidenden Naturkatastrophen wird untersucht, inwiefern traditionelle Verwaltungsmodelle ausreichen, um der Komplexität und Unvorhersehbarkeit moderner Krisen zu begegnen. Die Beiträge analysieren die Rolle des Staates als Garant für öffentliche Dienstleistungen und diskutieren die Notwendigkeit einer neuen Krisenkultur. Ein zentrales Ergebnis ist das Konzept des Gewährleistungsstaates, bei dem der Staat die Letztverantwortung für systemrelevante Bereiche behält, während die eigentliche Leistungserbringung dezentral erfolgen kann. Am Beispiel der Schweiz wird aufgezeigt, wie föderale Strukturen, Machtteilung und direkte Demokratie zur politischen Stabilität beitragen, jedoch gleichzeitig die Agilität bei internationalen Anpassungsprozessen beeinflussen können. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung verdeutlicht, dass starre Standardabläufe bei chaotischen Ereignissen an ihre Grenzen stossen. Stattdessen wird die Bedeutung von Netzwerkstrukturen, vorausschauender Szenariobildung und einer verbesserten Informationsverarbeitung innerhalb der Verwaltung betont. Die Arbeit schliesst mit der Erkenntnis, dass erfolgreiches Krisenmanagement eine enge Verzahnung von politischer Legitimation und administrativer Handlungsfähigkeit erfordert. Public Management wird dabei als essenzielle Disziplin positioniert, die durch systematisches Lernen aus vergangenen Ereignissen die Resilienz von Staat und Gesellschaft gegenüber künftigen Bedrohungen stärkt.