Die vorliegende Arbeit untersucht die unternehmensinterne Umsetzung von Public Corporate Governance-Richtlinien im Bereich der Berichterstattung. Da öffentliche Unternehmen im Spannungsfeld zwischen unternehmerischer Autonomie und staatlicher Aufsicht agieren, ist ein funktionierender Informationsfluss zum Eigner essenziell. Die Untersuchung fokussiert auf die Fragestellung, welche Instrumente und Prozesse geeignet sind, um die Berichtspflichten effektiv zu erfüllen, und wo Optimierungspotenziale bestehen. Methodisch basiert die Arbeit auf einer qualitativen Fallstudie der BLS AG im Kanton Bern, wobei neben einer Dokumentenanalyse Experteninterviews mit Vertretern des Unternehmens und der kantonalen Verwaltung durchgeführt wurden. Die Ergebnisse zeigen ein erhebliches Optimierungspotenzial sowohl in der Konzeptionierung durch das Gemeinwesen als auch in der operativen Umsetzung durch das Unternehmen. Zentrale Defizite wurden bei der Transparenz und Systematik der Informationskanäle identifiziert, wobei insbesondere die Rolle staatlicher Vertreter in Führungsgremien zu unklaren Berichtswegen führt. Als wichtigste Handlungsempfehlungen werden die Einrichtung eines zentralen Ansprechpartners für Eignerfragen innerhalb des Unternehmens sowie die Einführung eines kennzahlenbasierten Steuerungsinstruments in Form einer Balanced Scorecard aufseiten des Kantons vorgeschlagen. Diese Massnahmen tragen dazu bei, die Berichterstattung zu systematisieren und die Informationsasymmetrien zwischen Prinzipal und Agent abzubauen. Durch den Abgleich von Theorie und Praxis bietet die Arbeit eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung von Governance-Strukturen in öffentlichen Unternehmen.