Zusammenarbeit der Regierungs- und Direktorenkonferenzen

Patrick Trees (2006)

Die vorliegende Arbeit untersucht die interkantonale Zusammenarbeit in der Schweiz, wobei der Fokus auf dem Verhältnis zwischen den Regierungs- und den Fachdirektorenkonferenzen auf nationaler und regionaler Ebene liegt. Angesichts steigenden Koordinationsdrucks und zunehmender Komplexität im föderalen System wird der Frage nachgegangen, welche Organisationsmodelle die Effizienz und die politische Interessenwahrung der Kantone am besten unterstützen. Die methodische Grundlage bildet eine Analyse organisationstheoretischer Kriterien, die um praxisrelevante Faktoren ergänzt wurden. Darauf aufbauend erfolgt die Evaluation bestehender und diskutierter Modelle mittels eines spezifischen Bewertungsrahmens sowie leitfadengestützter Experteninterviews mit Vertretern verschiedener Konferenzsekretariate.

Die Untersuchung vergleicht verschiedene Ansätze, von prozessorientierten Regelwerken bis hin zu strukturorientierten Modellen wie dem Projekt Haus der Kantone. Als zentrales Ergebnis zeigt sich, dass das regelbasierte System der Zentralschweizer Regierungskonferenz die höchste Effizienz aufweist, da es kantonale Autonomie mit verbindlichen Verfahrensabläufen verbindet. Auf nationaler Ebene wird eine schrittweise Entwicklung hin zu einem interkantonalen Kompetenzzentrum als zielführend erachtet, um administrative Synergien zu realisieren. Die Arbeit kommt zum Schluss, dass eine verstärkte horizontale Zusammenarbeit nicht die Ursache für politische Komplexität ist, sondern vielmehr ein notwendiges Instrument darstellt, um diese zu bewältigen und den Föderalismus gegenüber der Bundesebene zu stärken. Wesentliche Voraussetzungen für den Erfolg sind der politische Wille zur Kooperation sowie die Beibehaltung schlanker, fachlich kompetenter Strukturen ohne den Aufbau zusätzlicher bürokratischer Ebenen.