Stand der Digitalisierung in Schweizer Gemeinden

Wie digital sind Schweizer Gemeinden? Mit dem KPM-Digitalisierungsindex wurde 2022 erstmals schweizweit der Digitalisierungsstand auf Gemeindeebene systematisch erfasst.

An der Studie des Kompetenzzentrums für Public Management (KPM) der Universität Bern beteiligten sich 885 Gemeinden aus 25 Kantonen – rund 41 % aller Schweizer Gemeinden. Für 768 Gemeinden konnten die Daten ausgewertet werden.

Die wichtigsten Ergebnisse

Der durchschnittliche Digitalisierungsstand liegt bei 44 von 100 Punkten. Die Ergebnisse reichen von 11,5 bis 81,5 Punkten und zeigen damit deutliche Unterschiede zwischen den Gemeinden.

Der Index betrachtet drei Dimensionen:

  • E-Partizipation – digitale Möglichkeiten zur Beteiligung der Bevölkerung
  • E-Prozesse – Digitalisierung und Automatisierung von Verwaltungsprozessen
  • E-Fitness – digitale Kompetenzen, Ressourcen und organisatorische Voraussetzungen

Die drei Dimensionen weisen insgesamt ein ähnliches Entwicklungsniveau auf. Gleichzeitig besteht in vielen Gemeinden noch erhebliches Potenzial für die weitere Digitalisierung.

Was beeinflusst den Digitalisierungsstand?

Die Analysen zeigen einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen dem Digitalisierungsgrad und verschiedenen strukturellen Faktoren. Grössere Gemeinden, Verwaltungen mit mehr Mitarbeitenden sowie Gemeinden mit einem höheren IKT-Budget pro Einwohnerin bzw. Einwohner weisen tendenziell einen höheren Digitalisierungsstand auf.

Der KPM-Digitalisierungsindex schafft damit erstmals eine empirische Grundlage, um die Digitalisierung der Schweizer Gemeinden zu vergleichen, Entwicklungsfelder zu identifizieren und die weitere Forschung zur digitalen Transformation der öffentlichen Verwaltung voranzutreiben.